ChatGPT und Claude im Architekturbüro: was vertraglich zu klären ist

Nicht die Frage, ob KI erlaubt ist, sondern unter welchem Vertrag, mit welchen Daten und wer es im Büro entscheidet.

kontekst knowledge14. Oktober 2026

Kein Rechtsrat. Dieser Text beschreibt, was die Anbieter selbst veröffentlichen, mit Datum und Quelle. Die Bewertung für euer Büro gehört zu eurer Datenschutzberatung.

01Das eigentliche Problem heißt Schatten-KI

In den meisten Büros nutzt längst jemand ChatGPT, oft über den privaten Account, oft mit echten Projekttexten. Das ist kein Disziplinproblem, sondern ein ungelöstes: Solange es keine Büroregel und keinen Geschäftstarif gibt, ist der private Account der einzige Weg.

02Was in einem Planungsbüro besonders ist

  • Bauherrendaten, oft von Privatpersonen.
  • Pläne von Gebäuden, bei denen Sicherheitsinteressen mitspielen.
  • Protokolle und Korrespondenz, in denen fast immer personenbezogene Daten stecken.
  • Verschwiegenheitsklauseln in euren Verträgen, die älter sind als jede KI.

03Was die Anbieter selbst veröffentlichen

AnbieterEigener Connector möglichAuftragsverarbeitung
ClaudeFree, Pro, Max, Team, Enterprise (Free: einer)Die Commercial Terms binden den Anthropic Data Processing Addendum ein; Free, Pro und Max laufen unter den Verbraucherbedingungen.
ChatGPTBusiness und Enterprise/Edu, von einer Administration freigeschaltetOpenAI veröffentlicht einen Data Processing Addendum zum Services Agreement; für Kund:innen im EWR und der Schweiz mit OpenAI Ireland Ltd.

Alles am 14. Oktober 2026 auf den Seiten der Anbieter gelesen: Anthropics Hilfeseite zu eigenen Connectoren und die Commercial Terms of Service; OpenAIs Hilfeseite zum Developer Mode und der veröffentlichte Data Processing Addendum (Stand 1. Dezember 2025, gültig ab 1. Januar 2026). Microsoft Copilot ist hier bewusst nicht aufgeführt, weil wir es nicht geprüft haben.

04Fünf Schritte, mit denen ein Büro sauber wird

  • Bürotarif statt privater Accounts, und zwar für alle, die KI im Projekt nutzen.
  • Auftragsverarbeitungsvertrag abschließen und ablegen.
  • In den Einstellungen prüfen, ob eure Eingaben zum Training verwendet werden.
  • Verarbeitungsverzeichnis und Datenschutzhinweise um die KI-Nutzung ergänzen.
  • Eine Seite KI-Richtlinie: welche Daten hinein dürfen, welche nie, und wer im Zweifel entscheidet.

05Und wo liegt das Wissen, mit dem die KI arbeitet?

Das ist die zweite Hälfte der Frage. Der Assistent ist die eine Seite, die Wissensbasis die andere: Wer Projektwissen in einen Chatverlauf schreibt, hat es weder im Büro noch unter Kontrolle. Wir betreiben kein eigenes KI-Modell, und kontekst knowledge läuft auf Servern in Deutschland; was wir zur Auftragsverarbeitung zusagen, schreiben wir auf, sobald es entschieden ist.

Wie weit die Branche wirklich ist: die BAK-Zahlen

FAQ

Häufige Fragen

Dürfen wir ChatGPT oder Claude im Büro nutzen?

Das ist keine Ja-oder-Nein-Frage des Werkzeugs, sondern eine des Vertrags und der Daten. Mit einem Geschäftstarif, einem Auftragsverarbeitungsvertrag und einer Regel, welche Daten hineindürfen, arbeiten viele Büros damit.

Brauchen wir einen Auftragsverarbeitungsvertrag?

Sobald personenbezogene Daten verarbeitet werden. In Protokollen und Korrespondenz stecken fast immer welche. Beide großen Anbieter binden einen DPA in ihre Geschäftsbedingungen ein.

Reicht ein privater Account?

Für Büroarbeit mit Projektdaten nicht: Private Tarife laufen unter Verbraucherbedingungen. Für ChatGPT kommt hinzu, dass eigene Connectoren ohnehin nur in Business und Enterprise/Edu möglich sind.

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